Sie selbst nennen es vielleicht „individueller Innenausbau“. Ihr Kunde tippt bei Google: Schrank nach Maß anfertigen lassen. Stehen diese Wörter nirgends auf Ihrer Website, ist die Chance gering, dass Google Sie zeigt. Keyword-Recherche heißt herauszufinden, welche Wörter Ihre Kunden wirklich benutzen, damit Ihre Website dazu passt. Das klingt technisch, aber mit einem Nachmittag Arbeit und ein paar kostenlosen Werkzeugen kommen Sie schon sehr weit.

Warum die Keyword-Recherche das Fundament ist

Jede Seite Ihrer Website kann nur für eine Handvoll Themen gut ranken. Wählen Sie die falschen Wörter, schreiben Sie Seiten, nach denen niemand sucht, oder kämpfen gegen große Websites, gegen die Sie nie gewinnen. Wählen Sie die richtigen Wörter, ziehen Sie genau die Besucher an, die Kunden werden können. Deshalb beginnt gute Auffindbarkeit nicht bei der Technik, sondern bei der Frage: Wonach sucht mein Kunde?

Schritt 1: Beginnen Sie bei Ihren Kunden, nicht bei einem Tool

Die besten Keywords stehen in Ihrem eigenen Postfach. Lesen Sie die letzten zwanzig Angebotsanfragen, Mails und Telefonnotizen noch einmal und notieren Sie, welche Wörter Kunden verwenden. Nicht Ihren Fachjargon, sondern ihre Wörter. Fragen Sie sich auch: Welche Fragen bekommen Sie immer wieder? Und was vergleichen Menschen, bevor sie sich entscheiden? So haben Sie innerhalb einer Stunde eine Liste von zwanzig bis dreißig Keywords und Fragen.

Schritt 2: Lassen Sie sich von Google helfen

Geben Sie Ihre Keywords eines nach dem anderen bei Google ein und achten Sie auf drei Dinge:

  • Die Vorschläge beim Tippen. Das sind Suchanfragen, die viele Menschen tatsächlich eingeben.
  • „Ähnliche Fragen“. Dieser Block mit aufklappbaren Fragen zeigt, welche Fragen es rund um das Thema gibt. Jede Frage ist eine mögliche Zwischenüberschrift oder ein eigener Artikel.
  • Ähnliche Suchanfragen unten auf der Seite. Dort finden Sie oft Varianten, an die Sie selbst nicht gedacht haben.

Setzen Sie alles, was zu Ihrem Unternehmen passt, auf Ihre Liste.

Schritt 3: Schauen Sie, wofür Sie jetzt schon gefunden werden

Haben Sie die Google Search Console verknüpft? Dann sehen Sie unter Leistung, bei welchen Suchanfragen Ihre Website bereits erscheint. Achten Sie besonders auf Keywords mit einer durchschnittlichen Position zwischen 8 und 20: Dort stehen Sie gerade auf Seite eins oder knapp dahinter. Mit einer besseren Seite ist dort oft schnell etwas zu gewinnen. Wie Sie diesen Bericht lesen, erfahren Sie in Google Search Console für Einsteiger.

Schritt 4: Prüfen Sie, wie viel gesucht wird

Zwei kostenlose Werkzeuge von Google geben Ihnen ein Gefühl für die Nachfrage:

  • Google Keyword-Planer (in Google Ads). Die Nutzung ist kostenlos, aber Sie brauchen ein vollständig eingerichtetes Google-Ads-Konto mit Zahlungsdaten. Ohne aktive Anzeigen sehen Sie keine exakten Zahlen, sondern grobe Spannen wie 100 bis 1.000 Suchanfragen pro Monat. Das reicht, um Wörter miteinander zu vergleichen.
  • Google Trends. Dort sehen Sie, ob ein Thema wächst oder schrumpft und ob es saisonabhängig ist. Praktisch, wenn Sie wissen wollen, wann Sie einen Artikel über etwa Ferienvermietung oder Gartenpflege veröffentlichen sollten.

Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, nur auf die großen Wörter zu zielen. Für ein lokales Unternehmen ist Dachgaube einbauen Kleve mit ein paar Dutzend Suchanfragen im Monat oft wertvoller als Dachgaube mit Tausenden. Wer so konkret sucht, ist fast bereit, sich zu entscheiden. Mehr über das Gefundenwerden in der eigenen Region lesen Sie in Lokale SEO: So finden Kunden aus Ihrer Region Sie bei Google.

Schritt 5: Verstehen Sie, was jemand will

Hinter jedem Keyword steckt eine Absicht. Grob gibt es vier Arten:

  • Informationen suchen: „wie oft muss eine Heizung gewartet werden“.
  • Vergleichen: „Solaranlage oder Wärmepumpe“.
  • Kaufen oder anfragen: „Heizungswartung beauftragen“.
  • Lokal suchen: „Installateur Kleve“.

Suchen Sie Ihr Keyword und schauen Sie, was jetzt auf der ersten Seite steht. Vor allem Blogartikel? Dann will Google dort Erklärungen zeigen, und eine Verkaufsseite rankt schlecht. Vor allem Unternehmen und Angebotsformulare? Dann funktioniert eine Leistungsseite besser. Erstellen Sie den Seitentyp, den Google bereits belohnt.

Schritt 6: Wählen Sie pro Seite ein Haupt-Keyword

Ordnen Sie jedes wichtige Keyword genau einer Seite zu. Ihre Leistungsseite „Dachgauben“ bekommt Dachgaube einbauen, Ihr Blogartikel bekommt Dachgaube Genehmigung. Lassen Sie zwei Seiten um dasselbe Wort konkurrieren, weiß Google nicht, welche es zeigen soll, und oft ranken beide schlechter. Eine einfache Tabelle hilft: Keyword, was der Suchende will, geschätztes Suchvolumen, welche Seite, und ob diese Seite schon existiert.

Schritt 7: Bauen Sie das Keyword natürlich ein

Haben Sie Ihr Haupt-Keyword gewählt, setzen Sie es an die Stellen, auf die Google und Besucher zuerst schauen:

  • in den Seitentitel und die Hauptüberschrift (H1);
  • in den ersten Absatz;
  • in ein oder zwei Zwischenüberschriften, gern als Variante;
  • in die Webadresse (URL) der Seite;
  • in die Meta-Beschreibung, den kurzen Text unter Ihrem Titel bei Google.

Schreiben Sie danach einfach für Ihre Leser. Ein Keyword zehnmal zu wiederholen hilft nicht; Google wertet das als Spam, und Besucher springen ab. Wie Sie eine Seite schreiben, die auch wirklich Anfragen bringt, lesen Sie in So schreiben Sie eine Leistungsseite, die Anfragen bringt.

Keywords im Zeitalter der KI

In ChatGPT und in den KI-Antworten von Google stellen Menschen längere, vollständige Fragen: „Was kostet eine drei Meter breite Dachgaube am Niederrhein?“ Seiten, die solche Fragen klar und konkret beantworten, haben dort einen Vorteil. Keyword-Recherche wird also nicht weniger wichtig, sie verschiebt sich: von einzelnen Wörtern zu den Fragen, die Ihre Kunden stellen. Die Liste aus Schritt 1 und 2 ist dafür genau die richtige Grundlage.

Zusammengefasst

  1. Sammeln Sie die Wörter und Fragen Ihrer Kunden.
  2. Ergänzen Sie sie um die Vorschläge und Fragen bei Google.
  3. Schauen Sie in der Search Console, wo Sie schon fast ranken.
  4. Vergleichen Sie die Nachfrage mit Keyword-Planer und Google Trends.
  5. Bestimmen Sie, was der Suchende will und welcher Seitentyp dazu passt.
  6. Ordnen Sie jedes Keyword einer Seite zu.
  7. Bauen Sie das Keyword natürlich ein und schreiben Sie für Ihre Leser.

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