Ein Plugin für das Kontaktformular, eines für den Cookie-Banner, eines für den Slider, drei für SEO, eines, das Sie einmal für ein Firmenvideo installiert haben, das längst nicht mehr da ist: Ehe Sie sich versehen, laufen vierzig Plugins auf Ihrer WordPress-Website. Jedes Plugin ist ein Stück Code von jemandem, den Sie nicht kennen, und läuft mit vollen Rechten auf Ihrer Website. In diesem Artikel lesen Sie, wie viele Plugins normal sind, warum jedes Plugin ein Risiko ist und wie Sie sicher aufräumen, ohne dass Ihre Website ausfällt.
Wie viele Plugins sind zu viele?
Es gibt keine magische Zahl. Eine gut gebaute Unternehmenswebsite kommt meist auf 10 bis 20 Plugins; ein Onlineshop auf 20 bis 35. Es geht nicht um die Anzahl, sondern um Qualität und Notwendigkeit. Ein schlecht gepflegtes Plugin ist gefährlicher als zehn gute. Liegen Sie bei einer normalen Unternehmenswebsite über dreißig, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Plugins dabei, die dasselbe tun, nichts mehr tun oder nicht mehr aktualisiert werden.
Warum jedes Plugin ein Risiko ist
- Sicherheit. Die allermeisten Sicherheitslücken in WordPress-Websites stecken nicht in WordPress selbst, sondern in Plugins und Themes: In den Jahresberichten von Sicherheitsfirmen wie Patchstack sind es deutlich mehr als neun von zehn gemeldeten Lücken. Jedes Plugin ist eine weitere Tür, die ein Angreifer probieren kann.
- Geschwindigkeit. Viele Plugins laden auf jeder Seite ihre eigenen Skripte und Stildateien, auch dort, wo sie nicht gebraucht werden. Zehn Plugins, die jeweils „nur“ 100 Millisekunden kosten, machen Ihre Website eine Sekunde langsamer.
- Konflikte. Zwei Plugins, die an derselben Stelle ansetzen (etwa zwei Caching- oder zwei SEO-Plugins), erzeugen unvorhersehbare Fehler, die niemand nachvollziehen kann.
- Verwaiste Plugins. Ein Plugin, das seit zwei Jahren kein Update bekommen hat, funktioniert eines Tages nicht mehr mit einer neuen WordPress- oder PHP-Version, und bekannte Lücken werden nie mehr geschlossen.
Schritt 1: Machen Sie eine Liste und stellen Sie pro Plugin drei Fragen
Gehen Sie in WordPress zu Plugins und gehen Sie die Liste durch. Fragen Sie bei jedem Plugin:
- Was genau tut es? Wenn Sie es nicht wissen, ist das schon eine Antwort.
- Nutze ich das noch? Der Slider auf einer Seite, die es nicht mehr gibt, die Anbindung an einen Newsletter-Dienst, den Sie gekündigt haben, die „Demnächst“-Seite von vor drei Jahren.
- Erledigt das ein anderes Plugin, das Theme oder WordPress selbst schon? WordPress kann heute ohne Plugin schon viel: Bilder skalieren, Lazy Loading, eine XML-Sitemap. Gute Themes und Formular-Plugins haben oft schon Slider, Buttons und Pop-ups eingebaut.
Schritt 2: Erkennen Sie die Plugins, die ohnehin weg können
Doppelungen: zwei SEO-Plugins, zwei Cache-Plugins, zwei Sicherheits-Plugins, zwei Formular-Plugins. Entscheiden Sie sich für eines.
Einmal-Werkzeuge: Plugins für eine Migration, einen Import, eine Datenbankbereinigung oder ein „Thumbnails neu erzeugen“, das Sie einmal benutzt haben. Löschen, und bei Bedarf neu installieren.
Deaktivierte Plugins. Aus heißt nicht weg: Die Dateien liegen noch auf dem Server, und eine Lücke in einem deaktivierten Plugin lässt sich manchmal trotzdem ausnutzen. Was aus ist, darf weg.
Statistik-, Teilen- und Widget-Plugins, deren Zahlen Sie nie ansehen.
Verwaiste Plugins: In der Pluginliste steht das Datum des letzten Updates. Älter als ein Jahr, oder eine Warnung „nicht mit Ihrer WordPress-Version getestet“? Suchen Sie eine Alternative.
Schritt 3: Was Sie sehr wohl brauchen
Ein paar Plugins gehören auf fast jede Unternehmenswebsite:
- ein Formular-Plugin für Kontakt und Angebote;
- ein SEO-Plugin für Titel, Beschreibungen und die Sitemap;
- ein Cache– oder Geschwindigkeits-Plugin (es sei denn, Ihr Hoster regelt das auf dem Server, so wie wir);
- ein Cookie- und Datenschutz-Plugin, wenn Sie Statistiken oder Marketing-Skripte einsetzen;
- eine Backup-Lösung, es sei denn, Ihr Hoster macht tägliche Backups, die Sie zurückspielen können; wie Sie selbst ein Backup erstellen, lesen Sie in So erstellen Sie ein Backup Ihrer WordPress-Website;
- ein Sicherheits-Plugin mit Firewall und einer Begrenzung der Anmeldeversuche.
Alles darüber hinaus muss seine Daseinsberechtigung verdienen: Es muss etwas tun, das Ihre Kunden sehen oder das Umsatz bringt.
Schritt 4: So wählen Sie ein neues Plugin
Muss doch etwas dazu? Schauen Sie auf der Pluginseite auf WordPress.org auf vier Dinge: die Zahl der aktiven Installationen (am besten Zehntausende oder mehr), das Datum des letzten Updates (weniger als ein paar Monate her), die Bewertung (und lesen Sie ein paar Ein-Stern-Bewertungen, um zu sehen, was schiefgeht) und ob der Entwickler Fragen im Support-Forum beantwortet. Ein Plugin mit 300 Installationen und einem Update von 2023 installieren Sie nicht, so praktisch es auch aussieht.
Schritt 5: Sicher aufräumen
- Machen Sie zuerst ein Backup von Dateien und Datenbank. Nicht überspringen.
- Deaktivieren Sie das Plugin, noch nicht löschen. Klicken Sie Ihre Website durch: Startseite, Leistungsseiten, Kontaktformular, Shop-Kasse.
- Alles in Ordnung? Dann löschen Sie das Plugin. Löschen entfernt die Dateien; manche Plugins hinterlassen Tabellen in der Datenbank. Viele Plugins haben eine Einstellung „alle Daten bei Deinstallation löschen“: Aktivieren Sie sie, bevor Sie löschen.
- Tun Sie das ein Plugin nach dem anderen. Löschen Sie zehn auf einmal und etwas geht kaputt, wissen Sie nicht, welches es war.
- Haben Sie eine Testumgebung (Staging)? Machen Sie es zuerst dort. Auf den Websites, die wir warten, testen wir jede Änderung zuerst auf einer Kopie der Website.
Schritt 6: Halten Sie es sauber
Aufräumen ist keine einmalige Aktion. Gehen Sie die Liste jedes Quartal oder Halbjahr durch, halten Sie alle Plugins aktuell und prüfen Sie nach einem WordPress- oder PHP-Update, ob noch alles funktioniert. Welche PHP-Version Sie nutzen, prüfen Sie in einer Minute. Wird eine Lücke in einem Plugin bekannt, für die der Hersteller noch keine Lösung hat, ist Warten keine Option: Lesen Sie, wie wir das lösen, in Sicherheitslücken schließen, ohne auf den Hersteller zu warten.
Keine Lust, das jedes halbe Jahr selbst zu machen? Zu einem Wartungspaket gehören eine jährliche Plugin-Bereinigung, Updates, die zuerst auf einer Kopie getestet werden, und die Überwachung bekannter Lücken standardmäßig dazu.
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